Kunst im öffentlichen Raum

Arimee - Mahnmal für Frauen und Mädchen die sexuelle Gewalt überlebt haben
Standort TUFA - Trier
1994

Die farbige Betonskulptur sollte Betroffenheit und Widerstand dokumentieren und ein öffentliches Zeichen sein, dass eine Bedrohung durch sexuelle Übergriffe für jede Frau jederzeit besteht.

Die Idee war entstanden, nachdem in Trier vor mehr als 10 Jahren mehrere Frauen auf brutale Weise überfallen und vergewaltigt worden waren. Etwa zur gleichen Zeit wurde von systematischen Vergewaltigungen im ehemaligen Jugowslawien berichtet. Auf Anregung des Vereins für Frauenbildung und Frauenkultur e.V. Trier begleitete ich die inhaltliche Auseinandersetzung und schuf die farbige Skulptur mit dem Namen ARIMEE.

Die Arbeit war finanziert  worden durch öffentliche Zuschüsse und zahlreiche Spenden. Bei der Wahl des Standortes entbrannten jedoch Diskussionen und zeigten sich Widerstände. Am 30.4.1994 wurde die ARIMEE dann vorläufig aufgestellt. Im November des gleichen Jahres wurde ihr dann ein fester Standort zugewiesen – auf dem Vorplatz einer Tuchfabrik eingeklemmt zwischen Baum, Mauer, Fahrradständern. Das öffentliche Mahnmal sollte so wohl ins Abseits gedrängt werden. Beim Transport dahin wurde die Skulptur überdies so stark beschädigt (die äußere Hülle hatte Risse und platzte ab), dass der Verein für Frauenbildung und Frauenkultur Trier beschloss, diesen unwürdigen Zustand durch den eigenhändigen Abriss des Mahnmals zu beenden.

Auch wenn es die äußere Form der ARIMEE nicht mehr gibt, die Diskussion und Auseinandersetzung um das erste öffentliche Mahnmal für die Würde von Frauen und Mädchen und gegen Männergewalt geht weiter. Auch heute - über zehn Jahre danach – bekunden Frauen und Männer, dass ARIMEE für WUT, WÜRDE und SOLIDARITÄT steht. Der Prozess um das Mahnmal regt immer wieder Frauen an, neue Formen und Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, um Gewalterfahrungen zu verarbeiten und sich gegen sie zur Wehr zu setzen.

Christine Nicolay

Arimee 1994
Beton
70 x 320 cm
Arimee 1994
Beton
70 x 320 cm
O.t. 1994
Eitempera
130 x 120 cm


Der Stadtstuhl - Fußgängerzone Wittlich 2002

Gearbeitet während des 2. Wittlicher BildhauerInnen Symposium 2002

Ort der Begegnung von Raum und Mensch

Gedacht als Ort der Begegnung und Treffpunkt.

Nimm Platz und fühl dich wohl.

Schau in die Welt und genieß den Augenblick.

Der Stadtstuhl 2002
Sandstein
80 x 300 cm
Der Stadtstuhl 2002
Sandstein
80 x 300 cm

LEBENSSTÜHLE – vier künstlerisch gestaltete Stühle, die vier Lebensphasen darstellen

Material: Douglasie-Kanthölzer, farblich gefasst

Landes Kultur und Gartenschau Trier 2004

Endgültiger Standort: Klostergarten Waldbreitbach 2005

Konzept und Ausführung Christine Nicolay, ein Projekt der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Diözesanverband Trier

Kinder-Stuhl

Die weiße Farbe des kleinsten Stuhls steht für Kindheit, Beginn des Lebens, Wachstum, erste Erfahrungen, sorgloses Spiel.

Erwachsenen-Stuhl

Die rote Farbe des Stuhls steht für volles Leben, Schwung, Energie, Schaffensfreude, Weitergabe des Lebens.

Alters-Sitz

Der „Alterssitz“ ist in dunkler Farbe gehalten und hat keine Lehne. Die Sitzenden können in den Kreis hinein, auf das gelebte Leben zu schauen. Sie können aber auch mit dem Rücken zum Kreis frei in die Zukunft sehen, auf das, was in diesem Leben noch kommt – und auf das, was sie über dieses Leben hinaus erwarten und erhoffen. 

Stuhl des Wechsels

Der blaue Stuhl könnte überall zwischen den anderen Stühlen stehen, denn in allen menschlichen Biographien geschehen immer wieder Wechsel, Veränderungen, Metamorphosen.

Die „unbequeme“ Lehne verdeutlicht schmerzliches Wachstum, das Reiben an Widerständen, auch das Erlebnis, aus der Bahn geworfen zu werden.

Das Projekt LEBENSSTÜHLE lädt alle Gäste ein, auf den einzelnen Stühlen Platz zu nehmen und dabei das eigene Leben als Ganzes zu betrachten.

Gesamtdokumentation der Lebensstühle

Gesamt-dokumentation der Lebensstühle

Kinderstuhl 04/05
Holz
65 x 70 cm
Erwachsenenstuhl 04/05
Holz
60breite x 90 cm
Wechselstuhl 04/05
Holz
65 x 110 cm
Lebensstühle 04/05
Alters- Sitz 04/05
Holz
60 x 50 cm

Dreiklang

Dreiklang – drei Skulpturen, die in künstlerischer Weise Musikinstrumente darstellen und zum Klingen gebracht werden können.

Die Skulpturengruppe steht im Innenhof  von Maria Grünewald, Wittlich, ein Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung. Im Vorfeld wurden die Bewohner mittels einer „Kunstgruppe“ in den Planungsprozess einbezogen. Dabei war entscheidend, dass die Bewohner oft und gerne musizieren und wir so zu dem Thema fanden. Das Kunstwerk wurde 2001 in Zusammenarbeit mit Barbara Baumannn im Rahmen von  Kunst am Bau aufgestellt. Die verwendeten Materialien sind Stein und Bronze.

Dreiklang 2001
Dreiklang 2001
Flöte 2001

Kunstsammlung Dr. Mertes

Für die Kunstsammlung Dr. Mertes in Wittlich, entstanden in den Jahren von 1999 bis 2005 mehrere Kunstwerke. Es sind einmal Porträtstudien aus Bronze und ein Bronze Relief.

Zwei weite Bronzearbeiten stellen das Gemeindeleben der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinten darstellen. Sie tragen bezeichnenderweise den Titel "St. Bernhard, St. Markus, Christuskirche Drei Gemeinden einer Stadt, ein friedliches Zusammenleben."

Die beiden Bronzeskulpturen sind eine Hommage an die Pfarrpatronen, die Pfarrgemeinden und an das offene und tollerente Miteinander der Menschen dieser drei Kirchengemeinden.

Dr. Mertes Dr. Mertes Dr. Mertes
Porträtstudie aus Bronze Porträtstudie aus Bronze Bronze Relief
Dr. Mertes Dr. Mertes Dr. Mertes
"St. Bernhard, St. Markus, Christuskirche Drei Gemeinden einer Stadt, ein friedliches Zusammenleben."
Dr. Mertes Dr. Mertes Dr. Mertes



Zeitlos - eine Skulpturengeschichte zu der Jahrtausendwende

Trier Domnähe 2000

Ein Gesamtkunstwerk , das in mehreren Phasen entstanden ist.

Zwei Sandsteine wurden im Steinbruch von den Künstlerinnen B. Baumann und Ch. Nicolay angefangen zu bearbeiten. Dann fand für 14 Tage, während der Hl. Rock Tage in Trier, ein Kunstworkshop statt. Die Künstlerinnen luden auf dem Domfreihof Menschen ein, auf  Holztafeln ihre Wünsche, Fragen und Erkenntnisse mit künstlerischen Mitteln zu dokumentieren. Die Tafeln wurden gesammelt.

Die Steine wurden an ihren endgültigen Platz transportiert und die Künstlerinnen vollendeten die Skulpturen. Die Steine haben Hohlräume, in diese wurden die Tafeln gelegt und durch filigrane Eisentüren geschützt. - Ein Ort zum dalassen.

Die Skulpturen mit ihren Innhalten sind so gruppiert, dass der Betrachter/in mit ihnen in Dialog treten kann und es möglich ist, die Steine wie zwei/drei schwingende  Eckpunkte wahrzunehmen.

Zeitlos 2000
Sandstein Eisen
110x 210 cm
Zeitlos 2000
Sandstein, Eisen
110x210cm/90x330 cm
Zeitlos 2000